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Blühende Wiesen werden für Artenvielfalt gemäht

Artikel vom 23.05.2019

„Natur nah dran“-Flächen in Oberkirch erhalten zum Teil Pflegeschnitte
 
Da blüht es gerade so schön und plötzlich werden die im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ extra für Wildbienen und Schmetterlinge angelegten Wildblumenwiesen abgemäht. Was auf den ersten Blick nach einem herben Widerspruch aussieht, ist in Wirklichkeit ein durchdachter Schritt hin zu mehr Artenvielfalt.
 
„Ein früher Pflegeschnitt im ersten oder zweiten Jahr ist wichtig, damit die neu eingesäten und noch kleinen Wildblumen Licht und Platz zum Wachsen bekommen. Sonst werden sie von schnell wachsenden und weniger erwünschten Pflanzen wie Gänsefuß, Hühnerhirse, Weißklee oder Löwenzahn überwuchert“, sagt Artenschutzreferent Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg. „Wenn man ganz genau hin schaut sieht man am Boden schon die Jungpflanzen von Wegwarte, Margerite oder Salbei. Diese können jetzt wachsen.“ In den nächsten Jahren ist dann meist eine ein- oder zweimalige Mahd ausreichend, nachdem die Wildblumen ausgesamt haben.

Pflegeschnitt benötigt: Gerade zu Anfang kann es nötig sein, eine blühende Wildblumenfläche abzumähen. Dadurch erhalten die noch kleinen Jungpflanzen von mehrjährigen Arten Platz und Licht zum Wachsen und andere Arten werden am Aussamen gehindert.
Bild: Georg Schäffner/Stadt Oberkirch
Pflegeschnitt benötigt: Gerade zu Anfang kann es nötig sein, eine blühende Wildblumenfläche abzumähen. Dadurch erhalten die noch kleinen Jungpflanzen von mehrjährigen Arten Platz und Licht zum Wachsen und andere Arten werden am Aussamen gehindert.
Bild: Georg Schäffner/Stadt Oberkirch

„Die im Projekt angelegten Biotope benötigen anfangs etwas Geduld und Pflege, um sich zu entwickeln. Interessant ist auch, dass sie sich im Laufe der ersten Jahre immer weiter verändern“, erklärt Klatt. „Blühen beispielsweise anfangs noch viele einjährige Pflanzen wie Mohn, Leimkraut oder Kornblume, etabliert sich mit der richtigen Pflege über die Jahre eine stabile Pflanzengemeinschaft mit mehrjährigen Arten wie Wiesen-Witwenblumen, Wiesen-Glockenblumen oder Wiesen-Flockenblumen – das macht die Flächen als Lebensraum so attraktiv für viele Insekten und andere Tiere.“
 
Mitarbeiter des Oberkircher Bauhofs nahmen am Donnerstag, 9. Mai, an einem „Natur nah dran“-Workshop in Vaihingen an der Enz teil. Dabei trafen sich die 13 Kommunen, die 2018 an dem NABU-Projekt teilgenommen hatten, um gemeinsam und unter Anleitung des Naturgartenplaners Dr. Reinhard Witt die hier im Juni 2018 angelegten Blühflächen mit Wildpflanzen zu begutachten und zu pflegen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen brachten außerdem Photos von ihren umgestalteten Grünflächen mit, anhand derer zusammen mit Reinhard Witt die jeweilige Entwicklung sowie die weitere Pflege diskutiert werden konnte. Hierbei wurden auch die Flächen in Oberkirch besprochen.

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