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Premiere für die Ortenau: "Ein Kurs, der Schule macht"

Artikel vom 22.05.2019

Oberkirch bietet Integrationskurs mit Kinderbetreuung an
 
Seit Mitte Januar läuft in Oberkirch der erste vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Integrationskurs mit Kinderbetreuung im Ortenaukreis. Mütter erhalten so die Möglichkeit zum Spracherwerb. Kurs ist das Ergebnis vieler engagierter Stellen.
 
„Ein Kurs, der Schule macht“, dies war das Fazit von Bürgermeister Christoph Lipps nach dem Besuch des ersten Ortenauer Integrationskurses mit Kinderbetreuung. Zusammen mit dem Institut für deutsche Sprache (ids) aus Offenburg und dem BAMF hat die Stadt Oberkirch mit viel Unterstützung aus der Bürgerschaft das Angebot eingerichtet. Bereits im vergangenen Jahr hat man in Oberkirch erste Erfahrungen mit einem Kursangebot mit angeschlossener Kinderbetreuung gesammelt. Damals wurde der Alphabetisierungskurs „Einstieg Deutsch“ zusammen mit einer Kinderbetreuung angeboten. Die dabei gesammelten Erfahrungen haben die Partner veranlasst, auch bei dem neuen Kursangebot zusammen zu arbeiten. Die bewährten Säulen des Konzepts sind die Sprachschule ids, dem für Oberkirch zuständigem Offenburger Tagesmütterverein sowie von Seiten der Verwaltungen die lokale Integrationsmanagerin des Ortenaukreises und die Integrationsbeauftragte der Stadt Oberkirch.

Der erste Integrationskurs mit angeschlossener Kinderbetreuung in der Ortenau ist das Gemeinschaftswerk von vielen engagierten haupt- und ehrenamtlichen Kräften.
Bild: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch
Der erste Integrationskurs mit angeschlossener Kinderbetreuung in der Ortenau ist das Gemeinschaftswerk von vielen engagierten haupt- und ehrenamtlichen Kräften.
Bild: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch

Engagement sorgt für Erfolg
„Viel Vorbereitung und großes Engagement sind notwendig, wenn Neuland betreten wird“, betonte Bürgermeister Lipps und dankte vor allem Tanja Henk (ids), Jenny Jung (Tagesmütterverein), Tina Dusch (Ortenaukreis) und Simone Pohl (Stadt Oberkirch) für ihren Einsatz bei der Organisation des neuen Angebots. Doch die hauptamtlichen Kräfte erhalten auch viel ehrenamtliche Unterstützung. Dies beweist einmal das große bürgerschaftliche Engagement in der Großen Kreisstadt des Renchtals. Die beiden Sprachlehrer von ids erhalten durch Manfred Cartus und Ursula Engel wertvolle Unterstützung. Die beiden Ehrenamtlichen bieten eine Einzelbetreuung für Teilnehmer mit einem höherem Förderbedarf. Nicht jeder Kursteilnehmer, der vier Mal die Woche vormittags den Kurs im ehemaligen Kasinogebäude besucht kennt aus seiner Heimat die lateinische Schrift und auch die Bildungsbiographien sind teils sehr unterschiedlich.
 
Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg des Kurses ist die parallel angebotene Kinderbetreuung. Zwei Tagesmütter kümmern sich um sieben Kinder im Alter von 15 Monaten bis drei Jahren. Auf der gleichen Etage des Unterrichtsraums sind auch die Räume für die Kinderbetreuung. Unbürokratisch wurden die von der Musik- und Kunstschule nicht mehr genutzten Räume für die Kinderbetreuung hergerichtet. „Die Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung wurden auch vom Jugendamt abgenommen“, berichtet Jenny Jung, Leiterin des Tagesmüttervereins. „Die Kinder brauchen gute Betreuungsverhältnisse durch die beiden Tagesmütter.“ Dank der zahlreichen Spenden aus den Oberkircher Kindergärten in Form von Möbeln und Spielsachen wurde schon viel geleistet. Darüber hinaus haben der Kinderschutzbund, Gemeinsam aktiv für Kinder und „Kultur im Dorf“ aus Ringelbach mit ihren Spenden für die passende kindgerechte Ausstattung gesorgt.

Kursabschluss mit zwei Prüfungen
Die die zehn Kursteilnehmerinnen und drei Teilnehmer kommen aus dem gesamten Renchtal. Für die 13 stehen am Ende des bis Juli 2020 laufenden Kurses zwei Prüfungen: der Deutschkurs für Zuwanderer mit dem Sprachniveau B1 und der Orientierungskurs. „Beides wichtige Zertifikate für die weitere Integration in Deutschland“, unterstreicht Tanja Henk von ids. Bis dahin werden die Kursteilnehmer 900 Unterrichtseinheiten des Deutschkurses und 100 Einheiten des Orientierungskurses zu jeweils 45 Minuten besucht haben. Nach Abschluss des Kurses werden sie in der Lage sein ohne Hilfe von anderen Personen in den Angelegenheiten des Alltags sich mündlich und schriftlich auf Deutsch verständigen zu können. Der Orientierungskurs vermittelt den Teilnehmern noch die Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands.

Hintergrund
Die zehn Teilnehmerinnen und drei Teilnehmer des ersten Integrationskurs mit angeschlossener Kinderbetreuung stammen aus Syrien (fünf), Afghanistan (drei), dem Irak (zwei), dem Iran (eine), Russland (zwei). Sie sind im Alter zwischen 23 und 51 Jahren. Die sieben betreuten Kinder kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak im Alter von 15 Monaten bis drei Jahren.

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