Kreisstadt Oberkich

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Gedankenaustausch zu grenzüberschreitenden Themen

Artikel vom 28.11.2019

Präsidentin des Département Haut-Rhin Gast im Rathaus
 
Oberbürgermeister Matthias Braun konnte auf Vermittlung des Landtagsabgeordneten und Ministers a. D. Willi Stächele die Präsidentin des Départements Haut-Rhin Brigitte Klinkert begrüßen. Im Fokus des Besuchs im Oberkircher Rathaus stand ein Gedankenaustausch zu grenzüberschreitenden Themen.
 
Der Gast aus Colmar berichtete insbesondere über die künftige EuroRegion Elsass. Mit der Zusammenführung der beiden elsässischen Départments Bas-Rhin und Haut-Rhin sind auf beiden Seiten des Rheins Hoffnungen auf eine verbesserte Zusammenarbeit verbunden. „Es ist einfach schön, dass es gelungen ist“, hob Stächele hervor, der im Stuttgarter Landtag den Europaausschuss führt. „Die EuroRegion Elsass ist eine Modellregion für Frankreich und ein Labor für Europa“, betonte Klinkert im Gespräch. Die künftige EuroRegion wird nicht nur ein einfacher Zusammenschluss der schon bislang bestehenden Départements sein sondern auch über neue Kompetenzen verfügen.

Bei ihrem Besuch in Oberkirch erhielt Brigitte Klinkert einen Einblick von dem europäischen Engagement der Stadt Oberkirch. Insbesondere die grenzüberschreitende Kooperation mit dem Elsass war ein Thema bei dem Gespräch mit Minister a.D. Willi Stächele, MdL (links) und Oberbürgermeister Matthias Braun.
Photo: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch
Bei ihrem Besuch in Oberkirch erhielt Brigitte Klinkert einen Einblick von dem europäischen Engagement der Stadt Oberkirch. Insbesondere die grenzüberschreitende Kooperation mit dem Elsass war ein Thema bei dem Gespräch mit Minister a.D. Willi Stächele, MdL (links) und Oberbürgermeister Matthias Braun.
Photo: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch

Renaissance des Elsasses
Ein Budget von zwei Milliarden Euro steht dann ab dem 1. Januar 2021 für die neue Gebietskörperschaft zur Verfügung. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Förderung der Zweisprachigkeit. „Die Elsässer werden über neue Mittel verfügen, effektiv die regionale Sprache lernen zu können.“ Aber auch eine Stärkung der grenzüberscheitenden Verkehrsverbindungen wird in Angriff genommen. Der Schienenverkehr soll im Bereich Colmar-Freiburg und Haguenau-Rastatt verbessert werden. Die Verbindung der deutschen und französischen Autobahnen wird weiter ins Auge gefasst und im Bereich der Schifffahrt wird die Weiterentwicklung der Rheinhäfen unterstützt. Aber auch der grenzüberschreitende Fahrradverkehr ist ein Thema dabei. „Der Erfolg der Zusammenarbeit hängt von den Personen ab“, unterstrich Oberbürgermeister Braun. „Das Herz muss für die Oberrheinregion schlagen.“ Dies sei bei Brigitte Klinkert der Fall, zeigten sich Braun und Stächele überzeugt. „Sie hat wie eine Löwin für das Sondergesetz zur EuroRegion Elsass gekämpft“, berichtete Stächele.

Hintergrund
Brigitte Klinkert ist seit Sommer 2017 die erste Frau an die Spitze des Départements Haut-Rhin in Colmar. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die deutsch-französische Kooperation.
 
Klinkert, 1956 in Colmar geboren, studierte in den 1970er-Jahren zunächst Rechtswissenschaften an der Universität in Straßburg, danach in Metz Verwaltungswissenschaften. Als sie 1994 als Rätin in den Conseil Départemental Haut-Rhin einzog, war sie mit 37 Jahren nicht nur dessen jüngstes Mitglied, sondern auch die erste Frau. Neben ihren zahlreichen politischen Mandaten – seit 1983 gehörte sie auch dem Stadtrat von Colmar an, darunter etliche Jahre als Beigeordnete – war sie ihr ganzes Berufsleben lang in der öffentlichen Verwaltung tätig.
 
Sie gehört zu den nicht einmal zehn Prozent Frauen an der Spitze von Frankreichs Départements. Frankreichs Départements reihen sich zwischen der kommunalen Ebene und den Regionen in den Verwaltungsaufbau ein. Sie kümmern sich unter anderem um die Schulinfrastruktur und den Nahverkehr, den Unterhalt der Landstraßen und die Auszahlung der Sozialhilfe. Manche sehen in ihnen ein echtes Gegengewicht zu den Regionen. Ihre Gestaltungsmacht wird dennoch häufig unterschätzt.
 
Bevor sie die Spitzenposition beim Département antrat, war sie bei der Région Grand Est für den Bereich Erinnerungskultur und regionale Identität verantwortlich. Ein Erfolg von ihr ist, dass die beiden elsässischen Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin als Elsass als sichtbares politisches Gebilde wieder auferstehen werden. Als größeres Département werden sie mit Sonderrechten dann Teil der Région Grand Est sein.

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