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"Unser Ziel war ein Netzwerk für Senioren"

Artikel vom 07.01.2019

Im Jahr 2005 schlug die Geburtsstunde für das Oberkircher Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“. Inzwischen ist es unter den Angeboten für Senioren in der Großen Kreisstadt nicht mehr wegzudenken. Damit dies auch künftig so bleibt, gehört eine stete Selbstreflexion dazu.
 
„Aus dem Seniorenbeirat wurde der Gedanke geboren“, erinnert sich Andrea Gütle im Gespräch mit dem „Rundblick“ an die Anfänge des Seniorennetzwerkes nach der Jahrtausendwende. Der Begriff des demographischen Wandels sei damals in aller Munde gewesen. „Es muss was getan werden“, war damals der einhellige Tenor. „Andrea Gütle war der treibende Motor dabei“, betont Bernhard Wolf, der seit Beginn als Leiter des Sachbereichs „Bürgerservice und Soziales“ Ansprechpartner auf Seiten der Stadtverwaltung für das Thema ist. Die ersten Angebote seien das Seniorentelefon, der monatliche Mittagstisch und der Besuchsdienst gewesen – alle Drei sind immer noch tragende Säulen des Oberkircher Seniorennetzwerkes.

Starkes Netzwerk für alle
 
Der Begriff des Seniorennetzwerkes wurde bewusst gewählt: „Es will alle vernetzen, die Seniorenarbeit anbieten.“ Ein wichtiger Partner seit Anfang an ist die Sozialstation „St. Elisabeth“. Die Wohnen und Pflegen gGmbH ist seit sieben Jahren dabei. Die Vernetzung mit den Ortschaften könne noch weiter ausgebaut werden. „Aktive gibt es in vielen Ortschaften von Oberkirch“, bringt es Bernhard Wolf auf den Punkt. Aber auch eine Vernetzung über die Generationen hinweg wolle man erreichen. Beispielhaft sei dabei die Zusammenarbeit mit der Realschule Oberkirch gewesen. Die Computerkurse und die Aktion ‚25 Stunden‘ sorgten für eine Vernetzung. „Bei ‚25 Stunden‘ besuchten Realschüler Senioren, gingen mit diesen Einkaufen oder backten Plätzchen“, berichtet Gütle. Zunehmend sei es aber schwieriger diese Aktion in den Schulalltag einzubauen.

Im Gespräch geben Bernhard Wolf, Andrea Gütle und Sabrina Lusch einen Ausblick auf die weitere Vernetzung der Seniorenangebote und schauen auch auf die Anfänge im Jahr 2005.
Im Gespräch geben Bernhard Wolf, Andrea Gütle und Sabrina Lusch einen Ausblick auf die weitere Vernetzung der Seniorenangebote und schauen auch auf die Anfänge im Jahr 2005.

Beispielhafte Angebote
In den ersten Jahren des Seniorennetzwerks war das Interesse gerade auch aus anderen Städten groß. In Achern, Willstätt oder Oppenau habe man das Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“ mit seinen Angeboten und seiner Struktur vorgestellt. Klar betonen Gütle und Wolf, dass „das Wunschdenken mancher Akteure nicht immer die Realität widerspiegelt.“ „Es braucht Netzwerke, denn wir haben schon jetzt die Situation, dass im Hauptamt nicht alles geleistet werden kann“, schildert Andrea Gütle eindringlich. Dies war auch ein Grund auf Seiten der Verwaltung dem Gemeinderat die Schaffung der Stelle eines Seniorenbeauftragten vorzuschlagen. „Das Thema wird in der Verwaltung und im Gemeinderat immer sehr unterstützt“, berichtet Bernhard Wolf. Mit der Schaffung der Stelle einer Seniorenbeauftragten in seinem Sachgebiet, erhielt die Aufgabe noch einmal weiteres Gewicht. „Es war nicht schwer das Gremium zu überzeugen, als es darum ging die Stelle einzurichten“, erinnert sich Gütle. Seit September 2018 kümmert sich nun Sabrina Lusch als erste hauptamtliche Seniorenbeauftragte um dieses Aufgabengebiet. Eine ihrer Hauptaufgaben sieht sie in der organisatorischen Unterstützung der ehrenamtlichen Seniorenarbeit in Oberkirch. „Das Netzwerk ist dabei ein wichtiger Teil“, erklärt Sabrina Lusch. Mit einem Augenzwinkern merkt sie noch an: „Die guten Ideen von Bernhard Wolf und Andrea Gütle werden weiterhin gebraucht.“ „Das Netzwerk ist in guten Händen. Frau Lusch geht das Thema sehr professionell an. Künftig wäre es im Ehrenamt gar nicht mehr leistbar“, zeigt sich Andrea Gütle überzeugt. Bernhard Wolf betont, es sei immer der Anspruch gewesen, so unbürokratisch wie möglich zu sein. Dies werde auch künftig so sein. „Die von den Ehrenamtlichen geleisteten Stunden sollen bei den Senioren ankommen und nicht in der Bürokratie versanden.“

Fortentwicklung der Seniorenarbeit
Gefragt nach künftigen Schwerpunkten ihrer Arbeit, kann Sabrina Lusch schon mehrere Bereiche schildern: „Die Nachbarschaftshilfe ist ein Bereich, der künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird.“ Auch die ehrenamtlichen Strukturen noch weiter zu festigen und auszubauen gehöre dazu. „Vielleicht gelingt es, dass sich künftig noch mehr junge Rentner ehrenamtlich in den Angeboten einbringen.“ Aber Ehrenamt braucht auch Kompetenz, daher gelte es auch weiter das nötige Rüstzeug beispielsweise in Form von LimA- oder Erste-Hilfe-Kursen zu vermitteln. Mittlerweile sei die Vermittlung dieses Wissens nicht mehr freiwillig sondern eine Pflicht. Einig sind sich die drei Mentoren der Oberkircher Seniorenarbeit darin, dass zukünftig die soziale Versorgung – also die Kontakte von Mensch zu Mensch – immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. „Die Orte der Begegnung werden an Bedeutung gewinnen“, zeigen sie sich überzeugt. „Oberkirch hat glücklicherweise den ‚Bürgertreff‘ am Marktplatz als einen Treffpunkt für alle Einwohner jeder Generation.“

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