Kreisstadt Oberkich

Seitenbereiche

Untermenü

Interview mit Dr. Matthias Stippich zum "Skywalk"

Artikel vom 08.11.2018

Dr. Matthias Stippich stellte als Vertreter von ECHOMAR, dem beim „Haus der Ingenieure“ angesiedelten „Kollektiv für angewandte Baukunst“, Anfang Oktober 2018 im Gemeinderat die Idee einer neuen Aussichtsplattform am Schwalbenstein vor. Der sogenannte „Skywalk“ wird seit dem in der Oberkircher Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Nun bestand die Gelegenheit für den „Rundblick“ ein Gespräch mit dem Oberkircher Architekten zu führen.
 
„Rundblick“: Hallo Herr Dr. Stippich! Hand auf’s Herz: hätten Sie gedacht, dass Ihre Idee eines „Skywalks“ für Oberkirch so kontrovers diskutiert wird?
 
Dr. Matthias Stippich: Ich freue mich immer wenn über die Zukunft Oberkirchs diskutiert wird. Nur so kann sich die Stadt weiter entwickeln. Allerdings war ich doch überrascht, wie hart gegen die Idee Stellung bezogen wurde und vor allem wie wenig über die Inhalte bekannt ist.
 
„Rundblick“: Können Sie uns kurz das Konzept hinter der Idee eines „Skywalks“ erläutern?
 
Dr. Matthias Stippich: Es geht darum den Schwalbenstein attraktiver zu machen. Wir haben das existierende Wegenetz weiterentwickelt und in einer schleifenartigen Holzkonstruktion über die Felsen geführt. Der Weg ist so gestaltet dass er das Denkmal aufwertet, die Felsen erlebbar macht und schließlich die Aussicht in Szene setzt. Die unterschiedlichen Qualitäten des Ortes werden also verstärkt und in Szene gesetzt. Aus dieser Logik entwickelte sich die Grundform.

Mit dem Oberkircher Architekten Dr. Matthias Stippich bestand nun die Gelegenheit zu einem Gespräch über den von ihm vorgestellten
Mit dem Oberkircher Architekten Dr. Matthias Stippich bestand nun die Gelegenheit zu einem Gespräch über den von ihm vorgestellten "Skywalk" am Schwalbenstein.

„Rundblick“: Zum jetzigen Zeitpunkt sind die genauen Kosten und die naturschutzrechtlichen Fragestellungen noch nicht abschließend geklärt. Warum halten Sie es aber für wichtig sich bereits jetzt mit dem „Skywalk“ auseinanderzusetzen?
 
Dr. Matthias Stippich: Die Aussichtsplattform ist kein gewöhnliches Projekt, das zeigt ja auch die intensive Diskussion. Es geht auch darum eine Identifikationsfigur für die Bürger und den Tourismus zu schaffen, die in Ergänzung zur Burg funktioniert. Aus der Perspektive ist es auch verständlich, dass das heiß diskutiert wird. Wie sie ja richtig sagen, es gibt noch viele Hürden und wir sprechen im Moment ja auch nur von einer Idee. Aber ich finde es wichtig, dass wir über solche Identifikationsorte nachdenken und sie bewusst und gezielt gestalten. Das geht aber nur in einer konstruktiven und gemeinschaftlichen Diskussion. Dafür haben wir mit dem Entwurf den Ausgangspunkt gesetzt.
 
„Rundblick“: In der öffentlichen Diskussion wurde von einigen Kritikern angeführt, dass die Aussichtsplattform zu einem vermehrten Besuch am Schwalbenstein führe und dies nicht mit dem ausgewiesenen Geotop und Waldbiotop vereinbar sei. Gehen Sie auch von solch negativen Folgen des Projekts aus?
 
Dr. Matthias Stippich: Es sind keine asphaltierten Straßen und Parkplätze vorgesehen, das wäre ja auch absurd. Ich glaube dass ein Schutzbereich viel besser funktioniert wenn er als solcher leicht erlebt werden kann. Dementsprechend ist die Gestaltung eindeutig darauf ausgelegt, dieses Biotop erfahrbar zu machen, ohne in den Schutzraum einzugreifen. Aus diesem Grund ja auch die stützenfreie Auskragung. Für uns ist es selbstverständlich, dass es, falls das Landratsamt zu dem Schluss kommt, dass das Biotop durch die Wegführung oder die Plattform beeinträchtigt oder gar gefährdet wird, keine Baumaßnahme stattfinden darf. Das Biotop geht vor. Aber wenn die Menschen es leichter erleben können, entwickeln sie auch ein stärkeres Bewusstsein für Schutzgebiete. Das zeigen vergleichbare Projekte aus dem Alpenraum.

„Rundblick“: In unmittelbarer Nähe zum von Ihnen vorgeschlagenen Standort des „Skywalks“ befindet sich auch die Gedenkstätte an die Gefallenen des 2. Rheinischen Husarenregiments. Steht der „Skywalk“ dem Charakter eines solchen Erinnerungsorts entgegen?
 
Dr. Matthias Stippich: Auch hier haben wir die Wegeführung so umgestaltet dass das Denkmal besser in Szene gesetzt und dadurch aufgewertet wird. Wenn es gelingt mehr Menschen an den Schwalbenstein zu locken ist das doch ein Riesengewinn für die Gedenkstätte, weil es die Thematik ins Bewusstsein rückt.
 
„Rundblick“: Herr Dr. Stippich, was sind die nächsten Schritte, die Sie unternehmen, damit aus der Idee eines „Skywalks“ eine Realität wird?
 
Dr. Matthias Stippich: (lacht) Die UFO-Einflugschneise berücksichtigen. Nein, ernsthaft, zunächst mal scheint es mir wichtig, den Entwurf zu erklären, damit klar wird was die Absichten dahinter sind. Wir haben mit der Idee ja auch sehr viel positives Feedback ausgelöst, wenn es denn möglich war sie zu erklären. Das wird im Moment recht einseitig in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Und dann warten wir natürlich die naturschutzrechtlichen Untersuchungen ab. Es ist bis jetzt erstmal eine Idee, die noch einige Hürden zu nehmen hat.
 
„Rundblick“: Vielen Dank für das Gespräch!

Dies ist der Entwurf einer Aussichtsplattform des Architekturbüros ECHOMAR. Der Skywalk könnte einmal Einheimischen und Besuchern gleichermaßen einen anderen Blick auf Oberkirch ermöglichen.
Alle Bilder: ECHOMAR
Dies ist der Entwurf einer Aussichtsplattform des Architekturbüros ECHOMAR. Der Skywalk könnte einmal Einheimischen und Besuchern gleichermaßen einen anderen Blick auf Oberkirch ermöglichen.
Alle Bilder: ECHOMAR

Volltextsuche

Kontakt

Stadt Oberkirch
Eisenbahnstraße 1
77704 Oberkirch

Tel.: 07802 82-0
Fax: 07802 82-550