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"Coffee to go nochemol" - Pilotprojekt für grenzüberschreitenden Umweltschutz

Artikel vom 04.01.2018

Der Eurodistrikt „Strasbourg-Ortenau“ stellte kürzlich seine grenzüberschreitende Kampagne „Coffee to go nochemol“ zur Verringerung von Abfall beiderseits des Rheins vor.
 
Mit seiner Kampagne „Coffee to go nochemol“ reagiert der Eurodistrikt „Strasbourg-Ortenau“ auf einen Trend, der sich in beiden Ländern verstärkt bemerkbar macht: Verbraucherinnen und Verbraucher fragen in deutschen und französischen Bäckereien, Cafés und Raststätten zunehmend nach Heißgetränken zum Mitnehmen. Nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von nur 15 Minuten landen die genutzten Einwegbecher meist auf dem Müll. Allein in Deutschland fallen dadurch bundesweit rund 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher jährlich an, was circa 40.000 Tonnen Abfall verursacht. Auf französischer Seite wird eine ähnliche Entwicklung erwartet.
 
Vor diesem Hintergrund und in der festen Überzeugung, dass es eines grenzüberschreitenden Engagements bedarf, um die Umwelt zu schützen, will die Kampagne „Coffee to go nochemol“ die nötige Unterstützung leisten, damit Mehrwegbecher egal welcher Art im Eurodistriktgebiet verstärkt erfragt und an den Kaffeeausgabestellen akzeptiert werden.

Arbeitsgruppe mit Experten von beiden Seiten des Rheins
Die entsprechende Sensibilisierung erfolgt durch eine breitflächige Verteilung von Informationsmaterialien an Bäckereien und andere Verkaufsstellen von Kaffee zum Mitnehmen im Eurodistrikt, bestehend aus eigens kreierten Stickern und Thekenaufstellern, mit denen Anbieter von Heißgetränken darauf hinweisen können, dass sie diese auch in Mehrwegbecher einfüllen.
 
Entworfen wurden die Materialien von einer deutsch-französische Arbeitsgruppe mit Vertretern der Eurometropole Strasbourg, des Ortenaukreises, der Städte Kehl, Offenburg, Lahr, Achern und Oberkirch, des Bäckerinnungsverbandes Baden e.V., der französischen Innungen sowie zusammen mit der chambre de commerce et d’industrie (entspricht der IHK) und chambre de métiers d‘Alsace (entspricht der Handwerkskammer).

Alle Bilder: EVTZ
Alle Bilder: EVTZ "Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau"

Nachhaltig und schadstofffrei
Die Arbeitsgruppe hat sich von der Stadt Freiburg beraten lassen und eine Umfrage unter allen Anbietern von Coffee-to-go in der Ortenau durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass die größten Unsicherheiten die Hygienefragen betreffen. Da es in Baden-Württemberg nicht wie in einigen anderen Bundesländern Hygieneempfehlungen durch ein Ministerium gibt, hat die Arbeitsgruppe Empfehlungen verfasst. Beteiligt waren unter anderem das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen des Ortenaukreises, der service hygiène der Eurometropole Strasbourg aber auch die Bäckerinnungen, um zu gewährleisten, dass die Empfehlungen so praktikabel wie möglich sind. Zudem wurde als praktisch greifbare Ergänzung der grenzüberschreitenden Kampagne ein eigener Eurodistrikt-Mehrwegbecher konzipiert.
 
Im Vorfeld eingehend auf die Kriterien Nachhaltigkeit, gesundheitliche Verträglichkeit sowie Spül- und Stapelbarkeit geprüft, wird der Becher sowohl den deutschen als auch französischen Ansprüchen gerecht. Hergestellt ist der Eurodistrikt-Mehrwegbecher „Coffee to go nochemol“ aus nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke, Glukose, Baumharzen, pflanzlichen Ölen und Wachsen sowie mineralischen Füllstoffen und dadurch nicht nur frei von Schadstoffen, sondern auch fachgerecht recycel- und wieder in den natürlichen Wertstoffkreislauf einführbar. Seine Qualität ist vom TÜV Rheinland geprüft und vom ISEGA zertifiziert. Er fasst maximal 0,4l und wiegt circa 95g.
 
Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises und Präsident des Eurodistrikts unterstreicht die besondere Bedeutung der Kampagne: „Coffee to go nochemol ist in zweierlei Hinsicht ein tolles Projekt. Zum einen motivieren wir damit zum aktiven Schutz der Umwelt, in den sich jeder einzelne einbringen kann. Zum anderen zeigt der Eurodistrikt mit diesem Projekt seine Handlungsfähigkeit, wenn es darum geht, auch in komplexen Bereichen wie der Abfallvermeidung und Hygienestandards die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich zu überwinden.“

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