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Sichtbarkeit der Großen Kreisstadt wird gestärkt

Artikel vom 20.01.2023

Oberkirch bekommt Geld vom Bund für Innenstadtentwicklung
 
Oberkirch erhält aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ knapp 220.000,- Euro vom Bund. Im Rahmen eines Pressegesprächs konnte Oberbürgermeister Matthias Braun dieser Tage von einem ganzen Maßnahmenbündel zur Stärkung der Stadt berichten. Die Teilnahme am Förderprogramm ermittelt gezielt Stärken und mindert Schwächen.
 
Mit dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ unterstützt der Bund ausgewählte Städte und Gemeinden bei der anspruchsvollen Aufgabe, attraktive, zukunftsfähige Zentren zu erhalten beziehungsweise zu entwickeln. Der Bund stellt hierfür in den Jahren 2022 bis 2025 insgesamt bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Selbstläufer war die Berücksichtigung Oberkirchs an dem Programm nicht. Die Ausschreibung des Förderprogramms durch das Bundesinnenministerium erfolgte im Juli 2021 und bereits am 17. September 2021 endete die Frist für die Abgabe der Projektideen, inklusive Beschreibung sowie Zeit- und Finanzierungspläne. Iris Sehlinger vom Stadtmarketing und Nadine Klasen von der Wirtschaftsförderung des Rathauses schnürten in den wenigen Wochen ein Bündel von acht Maßnahmen. „Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung genießen einen hohen Stellenwert bei der Stadt“, unterstrich Oberbürgermeister Braun in dem Gespräch. „Die Stadtpolitik steht hinter diesen Bereichen.“
 
Visibilität von Oberkirch stärken
Allen acht eingereichten Projektideen ist gemeinsam, dass sie die Sichtbarkeit der Großen Kreisstadt dienen. Der Strukturwandel in den Innenstädten und Zentren, insbesondere der zunehmende Online-Handel, stellt viele Kommunen deutschlandweit bereits seit längerem vor große Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklungen noch weiter beschleunigt. „Die Städte stehen unter einem hohen Anpassungsdruck.“ Dem entgegenwirken soll in Oberkirch ein Mix aus acht verschiedenen Maßnahmen, die unter Federführung der Stadtverwaltung sowie weiterer Innenstadtakteure und Interessengruppen durchgeführt werden. Rund 292.000,- Euro wird deren Umsetzung insgesamt kosten. Der Bund stellt aus seinem Förderprogramm 220.000,- Euro zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei circa 72.000,- Euro. Der hohe Förderanteil von 75 Prozent macht die Teilnahme an dem Programm so attraktiv. „Die vorgelegten Maßnahmen überzeugten die Auswahlkommission“, schilderte Wirtschaftsförderin Nadine Klasen in dem Gespräch. Durch die Aufnahme in das Bundesprogramm könne man nun strukturelle Probleme lösen.

In einem Pressegespräch wurde im Oberkircher Rathaus über sich aus der Teilnahme am Förderprogramm
In einem Pressegespräch wurde im Oberkircher Rathaus über sich aus der Teilnahme am Förderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" ergebende Chancen berichtet. Die Aufnahme zeigt von links: Citymanagerin Iris Sehlinger, Oberbürgermeister Matthias Braun und Wirtschaftsförderin Nadine Klasen.
Bild: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch

Maßnahmen bereits in der Umsetzung
Bereits 2022 wurde der sogenannte „Schaufensterdoktor“ für Ladenbesitzer in der Innenstadt angeboten. An zweieinhalb Beratungstagen gab eine ausgewiesene Expertin 17 Unternehmen ganz praktische Tipps und Tricks zu einer gelungenen Warenpräsentation. Alle Beratungstermine mit ihr waren Ausgebucht. Nicht nur die Gestaltung der einzelnen Schaufenster ist ein Thema innerhalb des Maßnahmenprogramms. Gezielt soll auch die digitale Sichtbarkeit gesteigert werden. Aufbauend auf dem bestehenden digitalen Stadtrundgang durch Straßen, Geschäfte und Einrichtungen, werden weitere Angebote und Inhalte in einem eigens programmierten digitalen Schaufenster auf der städtischen Internetseite dargestellt. Das digitale Schaufenster befindet sich zurzeit in der Umsetzung. Ebenfalls schon angegangen wurde die Erweiterung der innerstädtischen Weihnachtsbeleuchtung. Die bereits weitestgehend auf LED-Leuchtmittel umgerüstete traditionelle Weihnachtsbeleuchtung erstreckt sich im Augenblick auf die Haupteinkaufslagen. Nun kann dank der Fördermittel die Weihnachtsdekoration noch weiter ergänzt werden. Der überdimensionale Adventskranz am Löwenbrunnen und die roten Christbaumkugeln an den Dachplatanen verschönerten bereits in der vergangenen Adventszeit die Innenstadt. Für dieses Jahr sind die Erneuerung und Ergänzung der Rebkugeln in der Bachanlage fest eingeplant.
 
Marke „Oberkirch“ definieren
Ein Projekt für die nächsten beiden Jahre wird die Bildung eines Markenbegriffes sein. Nicht nur die Antworten auf die Fragen „Wofür steht Oberkirch“, „Was macht Oberkirch in seiner Gesamtheit aus“ und „Was ist unser Alleinstellungsmerkmal“ werden in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gegeben. Der künftige Markenbegriff wird der zentrale Baustein für alle weiteren Vermarktungsaktivitäten sein. „Der Markenbildungsprozess stand schon länger auf der Agenda“, erläuterte Iris Sehlinger. Ebenso ein eigener Imagefilm für Oberkirch. Eine externe Produktionsfirma wird nach Möglichkeit bereits die ersten Aufnahmen während der Fasent drehen. Der Film wird alle Bereiche Oberkirchs darstellen, die die Besonderheit der Großen Kreisstadt ausmachen. Eng verbunden ist damit auch die Erarbeitung eines eigenen Innenstadtentwicklungskonzeptes. In diesem werden unter der Einbeziehung der entsprechenden Akteure die Schwerpunkte für die künftige Oberkircher Innenstadt herausgearbeitet. Damit diene das Konzept als Grundlage für weichenstellende Entscheidungen in den Bereichen Städtebau, Gewerbenutzung, Wohnen, Freizeit und Kultur. Handlungsleitlinien für Verwaltung, Politik und Bürger liegen dann durch das Konzept vor.
 
Programmteilnahme eröffnet Möglichkeiten
Zum Ende des Förderzeitrahmens wird 2025 eine Servicekarte für Oberkirch in Ergänzung zum bestehenden digitalem Gutscheinsystem aufgelegt. Mit der Servicekarte wird es dann beispielsweise möglich sein, digital Kulturveranstaltungen oder das Parken zu bezahlen und eine integrierte Bonuskarte zu nutzen. Eine andere Aktion zum Abschluss des Programmzeitraums wird die Aufenthaltsqualität stärken und die Erlebbarkeit der Innenstadt erhöhen: Für drei Monate werden 2025 sogenannte „Alltagsmenschen“ in der Innenstadt anzutreffen sein. Die 30 lebensgroßen Skulpturen werden in dieser Zeit an unterschiedlichen Stellen der Innenstadt aufgestellt und so Einheimische, wie Gäste zu einem Neuentdecken oder Wiederentdecken der Oberkircher Innenstadt einladen. Durch geführte oder individuelle Touren sollen Gäste und Kunden nicht nur den „Alltagsmenschen“ begegnen, sondern auch mit den Akteuren und Angeboten des Oberkircher Einzelhandels in Kontakt kommen.
 
Die Verantwortlichen im Oberkircher Rathaus haben die Chancen des Förderprogramms erkannt und für die Große Kreisstadt stimmig besetzt. „Sinnvolle Projekte werden so umsetzbar“, betont Nadine Klasen und Oberbürgermeister Matthias Braun unterstreicht: „Ohne die Förderung des Bundes, wäre eine Umsetzung der Projekte innerhalb der nächsten Jahre nicht möglich gewesen.“ Auch wenn die angestoßenen Projekte eine parallele Begleitung notwendig macht, so überwiegt die Freude über die Möglichkeiten an der Teilnahme am Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Durch die acht gezielt ausgesuchten Projekte wird in Oberkirch dem bundesweit in Klein- und Mittelstädten zu beobachtenden Strukturwandel aktiv Einhalt geboten. Durch das Förderprogramm werden vorhandene Stärken noch gezielter identifiziert und ausgebaut sowie Schwächen analysiert und in ihrer Bedeutung gemindert. Damit sich der Land auf Land ab zu beobachtende Strukturwandel nicht in eine selbstbeschleunigende Abwärtsspirale entwickelt. Gerade der ländliche Raum steht dabei immer der Herausforderung gegenüber, Konzentrationsprozesse nicht ohnmächtig hinzunehmen, sondern mit Kreativität die eigenen Chancen in Stärken umzusetzen.

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