Kreisstadt Oberkich

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Rückblick auf fast drei Jahrzehnte als Ortsvorsteher

Artikel vom 08.07.2019

Im Gespräch mit Karl Gieringer
 
Nach fast vier Jahrzehnten Engagement im Ortschaftsrat von Ödsbach, davon 28 als Ortsvorsteher, hat Karl Gieringer bei der Kommunalwahl am 26. Mai nicht mehr für das Gremium kandidiert, welches er lange Zeit führte. Geordneter Wechsel in der Ortsverwaltung.
 
Mittwochvormittag auf der Ortsverwaltung von Ödsbach. Im Büro von Ratsschreiberin Monika Fischer klingelt das Telefon. Ortsvorsteher Karl Gieringer kommt von einem Termin auf dem Friedhof für seine Sprechstunde in die Ortsverwaltung. Seit 1980 engagiert er sich im Ortschaftsrat seines Heimatortes. In den ersten Jahren im Rat war der Neubau der Mooswaldhalle das beherrschende Thema. „Der Neubau der Halle war ein großer Gewinn“, erinnert sich Karl Gieringer. Davor fanden die verschiedenen Veranstaltungen im Saal der „Krone“ oder in Festzelten statt. Mit der Einweihung der Mooswaldhalle im Jahr 1982 hat der gesamte Ort davon profitiert. 1991 wurde Karl Gieringer Ortsvorsteher von Ödsbach. Ortsvorsteher Werner Kauß verstarb überraschend im Alter von 58 Jahren und Gieringer wurde Nachfolger von Kauß, dessen Stellvertreter er bereits war. Ereignisse aus seiner Zeit als Ortsvorsteher fallen Karl Gieringer einige ein, gerade die unschönen Momente stellten Herausforderungen dar: Das Hochwasser im Juni 1994 hatte massive Schäden an Straßen und Brücken zur Folge, die danach saniert und erneuert wurden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 wurde Ödsbach – wie die gesamte Raumschaft – vom Orkan „Lothar“ hart getroffen. Der einst von Bäumen fast vollständig verdeckte Moosturm stand auf einmal wieder frei in der Landschaft. „Hofzufahrten waren teils mehrere Tage blockiert, der Strom war in Teilen ausgefallen. Es war schon eine besondere Situation.“ Stadtwerke, Feuerwehr und weitere Helfer waren bei der Beseitigung der Schäden gefordert. Ein glücklicher Umstand war jedoch, dass das Flurbereinigungsverfahren für Ödsbach zu dem Zeitpunkt noch nicht formell abgeschlossen war. Aus diesen Mitteln konnten 8 km Hofzufahrten nach „Lothar“ saniert werden. Insgesamt misst das Wegenetz von Ödsbach rund 40 km. „Erst Anfang der Siebziger Jahre wurden im Rahmen des BZV-Verfahren die Hofzufahrten asphaltiert.“ Deren Unterhalt ist dabei eine Daueraufgabe.

Nach 28 Jahren an der Spitze des Ödsbacher Ortschaftsrats gibt Karl Gieringer das Amt des Ortsvorstehers weiter. Er ist aktuell der dienstälteste Ortsvorsteher Oberkirchs.
Bild: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch
Nach 28 Jahren an der Spitze des Ödsbacher Ortschaftsrats gibt Karl Gieringer das Amt des Ortsvorstehers weiter. Er ist aktuell der dienstälteste Ortsvorsteher Oberkirchs.
Bild: Ulrich Reich/Stadt Oberkirch

2006 wurde das ehemalige Rathaus, die heutige Ortsverwaltung 100 Jahre alt. Seit der in dem Jubiläumsjahr abgeschlossenen Sanierung stehen im zweiten Obergeschoss und im Untergeschoss Vereinsräume zur Verfügung. Das Angebot an Vereinen im Ort ist breit und gerade die Jugendarbeit hat einen hohen Stellenwert. Mit dem Kindergarten „Talblick“ und der Außenstelle der Johann-Wölfflin-Grundschule gibt es Betreuungs- und Bildungsangebote, die Ödsbach gerade auch für junge Familien attraktiv machen. Der in mehreren Etappen realisierte Radweg bindet seit 2015 Ödsbach mit der Kernstadt an und wird von Radfahrern, Spaziergängern und Wanderern gerne genutzt. Mit dem Renchtalsteig und dem Brennersteig führen zwei beliebte Wanderwege über die Gemarkung des Orts. Die in Ödsbach vorhandene Hotellerie und Gastronomie lässt dabei ihren Gästen kaum einen Wunsch offen.
 
Und was kommt noch? Die Beschaffung des neuen Fahrzeugs für die Feuerwehrabteilung ist in die Wege geleitet. Es findet dann seinen Platz im 2017 generalsanierten Feuerwehrhaus. Ein privater Investor entwickelt gerade ein Wohnbaugebiet. „Die Einwohnerzahl liegt in den letzten Jahren konstant bei 1.400 Personen.“ Dies liegt daran, dass immer wieder junge Familien in den Ort gezogen sind. „Ich bin überzeugt, dass das neue Baugebiet angenommen wird“, zeigt sich der scheidende Ortsvorsteher überzeugt. Eine zeitgemäße Telefon- und Internetinfrastruktur wird für den mit zahlreichen Zinken versehenen Ortsteil auch künftig eine Aufgabe sein. Es ist die Ortschaft von Oberkirch mit der größten Gemarkungsfläche.

Gut aufgestellte Ortsverwaltung erwartet Nachfolger
Wer die Nachfolge von Karl Gieringer als Ortsvorsteher antritt ist noch nicht geklärt. Gieringer kann nur ein positives Fazit seiner Zeit als Ortsvorsteher ziehen. „Ich bin überraschend im Alter von 36 Jahren in das Amt gekommen“, schildert er im Gespräch. „Aber wenn die Zusammenarbeit im Ortschaftsrat über all die Jahre nicht so harmonisch und sachlich gewesen wäre, hätte ich sicherlich nicht so lange das Amt ausgeübt.“ Der Ortschaftsrat werde schon eine gute Wahl treffen, ist sich Karl Gieringer sicher. Dann wird auch eine neue Ratsschreiberin zur Seite stehen. Monika Fischer wird dann altersbedingt in den Ruhestand treten. Und wird er dann auch mehr Zeit haben? „Mir wird sicherlich nicht langweilig“, erzählt Karl Gieringer mit einem Lächeln. „Ich habe ja noch meinen landwirtschaftlichen Betrieb und bin auch wieder in den Stadtrat von Oberkirch gewählt worden.“ Aber es bleibt ihm sicherlich mehr Zeit für seine Hobbys: In seiner Freizeit fährt er gerne Mountainbike, läuft im Winter Ski, spielt in der Trachtenkapelle Klarinette und ist Vorsitzender von deren Förderverein.
 

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